Das 19. Türchen

Ascona & Locarno

Il fotografo indossava il pigiama

SONY DSC

Il lago di sera (18:19)

SONY DSC

L’occhio dell’ aquila

SONY DSC

A Locarno …un novembre blu – Wenn die Boote Trauer (Pyjamas) tragen

SONY DSC

L’autunno di Rodolfo – Herbst auf dem Monte Verità (2017)

SONY DSC

L’autunno di Marianne – Marianne von Werefkin: Herbst (1907)

Il lago di mattino (6:54, Bild oben)

 

Dank an Tania & grazie an Ilario

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, November 2017)

 

Advertisements

Das zwölfte Türchen

Drei aufrechte Polen

Mit der Übernahme der Regierung in Polen hat die PiS den Begriff Patriotismus neu definiert und in diesem Sinne für sich gepachtet.

SONY DSC

Marek Prawda war Botschafter in Berlin und vertritt heute die Europäische Union in Brüssel, da auch er nach Antritt der PiS-Regierung entlassen wurde. Das Foto zeigt ihn im Europäischen Zentrum der Solidarność (ECS) am Vorabend seines sechzigsten Geburtstags. Seine englische Wikipedia-Biografie [en] ist wie das Portrait von mir.

(Foto: © Rudolf H. Boettcher, Okt. 2016)

 

Andrzej Byrt - by- Rudolf H Boettcher

Andrzej Byrt war Botschafter in Berlin, Paris und Monaco, sowie Direktor und Vorstandsvorsitzender der Posener Messe (MTP). Das Foto nahm ich im November in der Alten Aula der Heidelberger Universität auf, seine deutsche Wikipedia-Biografie verfasste ich gestern Nacht, die englische folgt. (Texte und Fotos: RHB, Lizenz: creative commons)

SONY DSC

Paweł Machcewicz ist der Gründungsdirektor des neuen Weltkriegsmuseums in Gdańsk (Danzig). Als Vertrauter von Donald Tusk und da er das Museum als Antikriegsmuseum und nicht patriotisch genug ausgerichtet hatte, wurde er im April 2017 entlassen. Das Foto zeigt ihn an seinem letzten Arbeitstag. Gestern hat er sein neues Buch “Muzeum” in Sopot (Zoppot) vorgestellt. Zum Weiterlesen: Grablichter für das Weltkriegsmuseum in Danzig

(Alle Texte und Fotos von RHB, Lizenz: creative commons)

Großes Foto: Innenansicht des Europäischen Zentrum der Solidarność (ECS) in Danzig

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, Okt. 2016 – Nov. 2017)

 

 

Das elfte Türchen

Archive 2.3 in Duisburg

SONY DSC

Filmplakat “The Rock” – © Rudolf H. Boettcher

Im Juni 2017 ging es zum vierten Mal um Offene Archive (#archive20), nach 2.0 in Speyer, 2.1 in Stuttgart, 2.2 in Siegen, jetzt [2.3 in Duisburg]. – 2.4 soll in Koblenz beim Bundesarchiv stattfinden. – In aller Kürze: Duisburg ist eine spannende Stadt, das [Landesarchiv] hat eine aufregende und teure Architektur und es fand zum allerersten mal ein #archivcamp statt. In meinem Beitrag dazu ging es um [Wikipedia].

SONY DSC

Perfekte Organisation, mein Dank geht an Joachim Kemper, Christian Hillen, uva – aber ein paar Steckdosen mehr … – und beim Plakatbearbeiten während eines Vortrags vertauschte ich die Namen der beiden.

@ #archivcamp – Das Format hat mir gefallen. Jede/r kam mit seinem Themenvorschlag dran, manche Topics etwas gekürzt. – Bei mir ging es um Wikipedia und Archive. Die erste GLAM-Veranstaltung (A = Archiv) hat noch nicht stattgefunden, obwohl die Bereich Museen und L = Bibliotheken sehr erfolgreich sind.  – Persönlich denke ich zur Zeit über Mini-GLAMs und andere Archivprojekte nach …

SONY DSC

Mein letzter #duiswalk dehnte sich bis nach Sonnenuntergang aus: Rund um den Innenhafen, zur neuen Synagoge und in die Altstadt. – Fotos demnächst in einem anderen Blog.

Zur Veranstaltung gab es auf das Thema “Archiv” umformulierte Filmzitate auf Postkarten. Während der Veranstaltung entwarf ich ein paar Filmplakate mit eigenen Fotos. – Noch ein Zitat aus “Shaft – Noch Fragen?“(2000, Actionfilm; – * leicht verändert):

  • Jetzt wird aufgeräumt!
  • Alles im Archiv! *

Für die Filmplakate in XL gibt es hier kurz vor Weihnachten noch einen Link zum Downloaden.

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, Juni 2017)

Das zehnte Türchen

Die Mitarbeiter der Online-Enzyklopädie Wikipedia kehrten zurück zu den Wurzeln (die Zeitung schrieb: Le retour aux sources de Wikipédia) und beschäftigten sich intensiv mit voll analogen Setzkästen, Druckmatritzen, Linotypes etc. Tatort war das [Gutenberg Museum] in [Fribourg] am Rande des schweizer [Röstigrabens].

SONY DSC

Doch auch das Digitale wurde eingesetzt und die Froschauer-Bibel von 1580 gescannt, in jeder Auflösung, um für alle Optionen gerüstet zu sein. Dieses Werk ist eigentlich die [Zürcher Bibel] und nach ihrem Drucker so benannt. Ihre Ursprünge gehen auf die Reformation unter Ulrich Zwingli zurück. In den Jahren 1524 bis 1529 druckte der Zürcher Buchdrucker Froschauer das Neue und das Alte Testaments, nebst den Apokryphen.  Der Text folgte zunächst der Übersetzung Luthers, gelangte dann aber drei Jahre vor Vollendung der Lutherbibel zum Abschluss. An der Übersetzung war neben Zwingli vor allem sein Freund Leo Jud beteiligt.

SONY DSC

Gedruckt bey Froschouwer MDLXXX – Scanned by Jehle 2017

Die Froschauer-Bibel von 1531 enthielt eine Vorrede von Zwingli und Zusammenfassungen der einzelnen Kapitel. Eine Neubearbeitung des Alten Testaments erfolgte mit der Ausgabe von 1540.

SONY DSC

Detail eines 437 Jahre alten Druckwerks

SONY DSC

Illustration aus der Froschauer-Bibel von 1580

Über Fribourg – Freiburg im Üechtland wäre noch viel zu Erzählen, beispielsweise über die Rolle in der Zeit der Gegenreformation. Oder über die mit Abwasser betriebene [Funi], Tinguely im Strassenbahndepot … Aber der Platz reicht hier nicht aus.

SONY DSC

Kunst von Ludo Hartmann rund um Fribourg und das Drucken (Für die Familie Fuchs) – © Ludo Hartmann 2014)

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, April 2017)

Das achte Türchen

500 Jahre Reformation haben auch in meiner Familiengeschichte Spuren hinterlassen. Lutherische Pfarrer in Nürnberg, in Speyer und im Rheingräflichen gehörten zu meinen direkten Ahnen, während die Kurpfälzer Vorfahren reformiert waren. 1817 feierte der Bruder meines Ur-Ur-Ur-Großvaters das dritte Reformationsjubiläum mit Predigten sowohl in seiner lutherischen [Dreifaltigkeitskirche in Speyer] (1717 eingeweiht) als auch in der reformierten Heiliggeistkirche.

Eigentlich hat man für die Pfälzer Protestanten das Ende der Reformationsdekade auf den falschen Termin gelegt. 1817 fanden die ersten Lokalunionen statt, 1818 die Kirchenunion, 30 Jahre später wurde die Landeskirche gegründet, 1721 trat Luther in Worms auf und 1729 [protestierten die evangelischen Stände] auf dem Reichstag in Speyer. Also vier Jubiläen, die man 2018, 21, 23 und 29 begehen wird.

SONY DSC

Plakat zur Reformationsausstellung in Leszno, Polen

Luther begleitete mich in diesem Jahr bei mehreren Projekten und Besuchen: Im September in Polen, am Reformationstag in Metz, im November in Heidelberg (oben korrigiert er seinen handschriftlichen Predigtentwurf in Heidelberg) und auf dem Monte Verità bei Ascona.

SONY DSC

Mit Luther  am Reformationstag in Metz. – Er war anfangs etwas säuerlich, weil Katharina ihm [ein Polizeibarett und einen Vampirumhang] bereitgelegt hatte – ich erklärte ihm dann die Ursprünge von Halloween.

SONY DSC

Luther trifft Luther in XL – bei einer Aktion der [Lutherkirche in Frankenthal]

SONY DSC

Mit Luther in Metz – Locarno * – Leszno

Auf der [Hauptseite der Wikipedia vom 8. Dezember] wurde bei Schon gewusst? mein Artikel über [das einzige Lutherdenkmal in Polen] präsentiert. – Er wurde an zwei Tagen 13000 mal gelesen.

* [Santa Maria Assunta (Locarno)

SONY DSC

In Locarno gibt es auch ein Plätzel der Reformierten: Piazzetta dei Riformati.

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, September – November 2017)

 

Das fünfte Türchen

Wie oft hat man im Jahr die Gelegenheit Luthers Handschrift zu sehen, oder eine Froschauer-Bibel in den Händen zu halten? Gleich zweimal, Wikipedia und die Frankenthaler Mennoniten mit einer fantastischen Ausstellung zur Reformation machten es möglich – Sie war so umfangreich, dass sie dort im Erkenbert-Museum keinen Platz gefunden hätte.

Im November führte mich eine GLAM on Tour-Veranstaltung der [Wikipedia] in die [Universitätsbibliothek Heidelberg]. Thema waren unter anderem die Handschriften der [Bibliotheca Palatina]. Zu ihren 848 deutschen Handschriften gehören auch Predigtentwürfe Martin Luthers. – Beispielsweise: [Eine Predigt, daß man Kinder zur Schule halten solle].  (1530, cpg 40; Download möglich)

SONY DSC

Predigtentwürfe aus Luthers Handschrift (vor 480 Jahren verfasst) – Wegen der besseren Haptik werden diese Werke nicht mehr mit Handschuhen angefasst.

Während der Veranstaltung machte ich meinen 10 000. Edit für die Wikipedia: [Tagzeiten vom Leiden Christi und Tagzeiten Mariä]. Dieses Brevier wurde im Skriptorium des Klosters Groß-Frankenthal verfasst. Schreiber war bruder Niclas Numan von Franckfort Sant Augustyns ordens priester profeß zu Groß Franckentall. Dieses Meisterwerk von 1501 wurde 2007 in der Ausstellung Schätze aus Pergament im Erkenbert-Museum gezeigt. Damals hatte ich Gelegenheit unter anderem zwei Klassen der Erkenbert-Grundschule und Bischof Schlembach zu führen.

Tagzeiten

Miniatur mit der Fußwaschung (1501, Universitätsbibliothek Heidelberg, Bild-ID 203928, CC-BY-SA 4.0)

Niclas Numan 1501

Kolophon des Schreibers Niclas Numan (1501, Universitätsbibliothek Heidelberg, CC-BY-SA 4.0)

Das Gebetbuch hat einen [Ottheinricheinband], auch dieser Artikel stammt aus meiner Feder.

SONY DSC

Ein Ottheinricheinband (1558)

Zu Martin Luther und dem Scan der Froschauer-Bibel in Fribourg komme ich in späteren Beiträgen.

(Fotos: © Rudolf H. Boettcher, November 2017; bzw. cc Uni Heidelberg)

Das dritte Türchen

Im April war ich drei Tage in Würzburg. “Didi” von Wikipedia hatte einen kleinen Kirchen-Wettbewerb ausgelobt, angelegt habe ich zwei Artikel, vollendet ist noch keiner. Die evangelische Kirche ergab sich schon aus der Verwandtschaft, der Archtekt [Alexander von Branca] (1919–2011) ist ein Vetter (5. Grades) meiner Mutter.  Die Schwester ihrer Ur-Ur-Großmutter hatte in Kaiserslautern seinen Ur-Ur-Großvater Daniel Hummel (1814–1817 Oberbürgermeister, 18171826 Bürgermeister *) geheiratet. Die Brüder beherbergten in Frankenthal und Kaiserslautern mehrfach den Kaiser Napoleon. Daniel Hummel war bei der französischen Bauverwaltung Ponts et Chaussées angestelltin der Stadt wurden die Hummel- und die Bienenstraße (!) nach ihm benannt.

Der Sohn Hummels begann als Bauschaffner in Frankenthal, zuletzt war er Oberbaurat und Direktor der bayerischen Ostbahnen. Da er die [Pfälzische Ludwigsbahn] trassiert hatte, wurde die erste Lokomotive nach ihm benannt. – Sein Chef Strauss wurde kein Taufpathe einer Lok, denn er war Jude. Die Hummel war Lok Nummer 11 – die Schnellzugloks mit den Nummern 110 kamen erst nach 1847.  – Für meinen Einsatz im Altertumsverein bekam ich ein Stammbuch einer Pennalverbindung in Speyer (Gymnasiasten, die Studenten imitierten) geschenkt. Die meisten Blätter waren leer, aber ein Blatt war zufällig vom Pennäler und späteren Oberbaurat Carl Hummel gezeichnet: Eine blitzsaubere Zeichnung vom Speyerer Dom! Mindestens das Zeichnen hat der Bayer von Branca von seinen Pfälzer Ahnen gelernt – Theo Schwarzmüller ließ das als mein Schlusswort zu einer  grösseren Veranstaltung so gelten.

Um das Jahr 2000 wurde die [Gethsemanekirche in Würzburg-Heuchelhof] nach den Plänen meines “Onkels” erbaut – leider konnten wir damals nur einmal miteinander telefonieren.

SONY DSC

Die Kirche ist ein Zentralbau, der fast nur indirektes Licht, unter anderem aus der Dachlaterne erhält. Die Säulen findet man auch beim CCF/Stadthalle Frankenthal. Der Raum hat “Kammermusikqualität” so der Organist. – Foto: © Rudolf H. Boettcher

SONY DSC

Die Gethsemanekirche hat eine elektronische Orgel, an Ostern fällt das Morgenlicht genau hier ein.  – Foto: © Rudolf H. Boettcher (Für Maimaid)

SONY DSC

Licht und Schatten im Innenraum – Foto: © Rudolf H. Boettcher

*) Das Amt blieb von 1811–1857 mit einer kurzen Unterbrechung in der Familie.

Am ersten [Advent] beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr. Deshalb sei hier auch noch die benachbarte katholische Kirche im “Problemviertel” Heuchelhof erwähnt – den Artikel habe ich auch angelegt: [St. Sebastian]. Das Innere ist angenehm geklinkert, von außen ist St. Sebastian “Brutalismus”  pur, wobei brutal vom nackten Beton (béton brut) kommt. Die Sebastianskirche werde ich demnächst noch weiter bebildern.

SONY DSC

St. Sebastian in Würzburg, der Innenraum – Foto: © Rudolf H. Boettcher